Immanuelkirchstr. 43

Objektbeschreibung
Das 6-geschossige Gebäudeensemble (EG, 1.- 4.OG, DG) wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Es besteht aus einem Vorderhaus mit  2 Höfen, Seitenflügeln und Quergebäuden und stellt somit die typische Raumfolge eines Berliner Gründerzeitensembles dar.

Grundstücksgröße:  1330 m² 
Flächen:  2 Gewerbeeinheiten EG ca. 191m²
46 Wohneinheiten gesamt ca. 3536 m²
40 Wohneinheiten 1.-4. OG
6 Dachgeschosswohnungen
Gesamt Wohnen + Gewerbe   ca. 3727 m²
Baujahr: um 1900
Modernisierung &  Sanierung:    1998
Lage: Immanuelkirchstraße 34, 10405 Berlin- Prenzlauer Berg, Sanierungsgebiet Prenzlauer Berg- Winsstraße
Verkehrsanbindung: Prenzlauer Allee, Greifswalder Straße,  Straßenbahn, U-Bahn

IMK 34 570x160

Sanierung
Das gesamte Gebäude wurde grundlegend saniert. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf das behutsame Aufarbeiten bzw. Ersetzen der alten Stilelemente, wie Dielen, Stuck – soweit vorhanden-, alte Türen und Fenster gelegt. Die noch erkennbare Fassadengestaltung und die Treppenhäuser wurden nach alten Vorlagen wiederhergestellt.

Wohnungen
Die Grundrisse sind typisch für diese Art von Baustruktur: über jeweils ein eigenes Treppenhaus in Vorderhaus, Seitenflügeln, Quergebäuden werden 1-2 Wohnungen erschlossen, insgesamt 8 pro Geschoss. Alle Wohnungen mit Ausnahme der Wohnungen im Seitenflügel sind über zwei, teilweise 3 Seiten belichtet und haben so Anteil an verschiedenen Himmelsrichtungen und Ausblicken. Besondere Raumsituationen entstehen in den Eckräumen der über Seitenflügel und Quergebäude reichenden Wohnungen- hier sind die Wandflächen mit französischen Fenstern geöffnet worden, die Räume werden als großzügige offene und helle Wohn- und Essbereiche genutzt. Alle Wohnungstypen sind mit einem gut möblierten großzügig bemessenen Bad (WC, Wasch-becken, Badewanne) ausgestattet, das - soweit im Grundriss möglich-  auch natürlich belichtet ist.

Im Dachgeschoss sind 6 Wohnungen mit unterschiedlichem Charakter entstanden. Diese Wohnungen bietet viele verschiedene Raumsituationen, ganz besonders durch die großflächige raumhohe Verglasung zum Hof und die dadurch vielfältigen Ausblicke. Durch die offene Grundrissstruktur ergeben sich individuell und flexibel nutzbare Räume mit hohen Aufenthaltsqualitäten, was durch die großen Dachterrassen noch gesteigert wird.

Sanierungsgebiet
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde der umfassende Handlungsbedarf in den Gründerzeitvierteln des Ostteils der Stadt Berlin deutlich. Die Wohnungsbaupolitik der DDR hatte lange auf Neubau gesetzt und die Stadterneuerung in den Gründer-zeitvierteln vernachlässigt. 1994 hat der Senat von Berlin die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Prenzlauer Berg - Winsstraße beschlossen. Die Sanierungsziele wurden in den "12 Leitsätzen zur  Stadterneuerung  in Berlin" formuliert.

Winsstraßenviertel
Vor rund 150 Jahren war das Gebiet um die Winsstraße noch nahezu unbebaut, doch bereits 50 Jahre später- um die Jahrhundertwende 1900- gehörte es zu den am dichtesten besiedelten Stadtgebieten Berlins. Bebauungsgrundlage war der Fluchtlinienplan von James Hobrecht (1862, „Hobrechtplan“), der nur ein grobmaschiges Straßenraster auf der Grundlage vorhandener Wege und Ackergrenzen vorgab.

Der für den nördlichen Bereich des Winsstraßenviertels geplante Platz wurde nicht mehr ausgeführt und dann später mit den dichtesten Baublöcken des Viertels bebaut. Dieser Mangel an Freiraum uns Spielmöglichkeiten wurde Ende der 1990er Jahre im Rahmen der Stadterneuerung im Sanierungsgebiet mit dem Kinder- und Abenteuerspielplatz „Marie“ in der Marienburger Straße ausgeglichen.

Heute ist das Viertel durch seine Nähe zu Alexanderplatz, Kollwitzplatz und Volkspark Friedrichshain sowie durch seine lebendige Infrastruktur inkl. Kindergärten und Schulen ein begehrtes Wohnquartier.