Hans-Otto-Straße 42

Objektbeschreibung
Das um die Jahrhundertwende erbaute Wohn- und Geschäftshaus besteht aus einem Eckvorderhaus mit Seitenflügel. Eine der Straßenfassaden orientiert sich zum Arnswalder Platz, die andere zur Hans-Otto-Straße. Das Nachbargrundstück ist nicht bebaut, wodurch der Eindruck eines u-förmigen Gebäudes mit Belichtung von allen Seiten entsteht.

Auf diesem Grundstück werden Stellplätze bzw. Carports angeboten. Auch Fahrradstellplätze und Müllstandorte werden hierher verlegt, dadurch wird der Innenhof frei für ungestörte ergänzende Wohnnutzung und Erschließung.

 

Grundstücksgröße:  757 m² 
Flächen:  4 Gewerbeeinheit EG ca. 422 m²
22 Wohneinheiten gesamt ca. 2444 m²
19 Wohneinheiten 1.-4. OG  
3 Dachgeschosswohnungen
Gesamt Wohnen + Gewerbe   ca. 2866 m²
Baujahr: um 1900
Modernisierung &  Sanierung:    2003
Lage: Hans-Otto-Straße 42, 10407 Berlin - Prenzlauer Berg, Sanierungsgebiet Bötzowviertel
Verkehrsanbindung: Danziger Strasse, Greifswalder Strasse, Straßenbahn
HOS Fassade big

Sanierung
Das gesamte Gebäude wird grundlegend saniert. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das behutsame Aufarbeiten bzw. Ersetzen der alten Stilelemente, wie Dielen, Stuck - soweit vorhanden-, alte Türen und Fenster gelegt. Die kaum erkennbare Fassadengestaltung und die Treppenhäuser werden nach alten Fotovorlagen aus den 20er Jahren wiederhergestellt.

Wohnungen
Auf einem Geschoß befinden sich jeweils 5 Wohnungen, die über drei Treppenhäuser erschlossen werden (Nr. 42, 42 A und 42 B). Alle Wohnungen haben mind. 2 Ausrichtungen, die große Eckwohnung hat sogar Ausblick in alle vier Himmelsrichtungen! Jede Wohnung hat außerdem räumliche Besonderheiten wie Erker und/ oder Balkone. Die Qualität der Wohnungen im Seitenflügel wird wesentlich erhöht durch den Anbau eines neuen Erkers mit umlaufender Terrasse Richtung Südosten. Zwei neue Aufzüge ergänzen außerdem die vorhandene Erschließung.

Das Dachgeschoss wird zu drei großzügigen Wohnungen mit Dachterrassen ausgebaut. Diese Wohnungen bieten viele unter-schiedliche Raumsituationen, ganz besonders durch die Kombination von offenen Grundrissen mit separaten (Individual-)Räumen und die vielfältigen Ausblicke im Inneren und über die Stadt. Es ergeben sich verschiedene individuell und flexibel nutzbare Räume mit hohen Aufenthaltsqualitäten, was durch die großen wettergeschützten Dachterrassen noch gesteigert wird.

Sanierungsgebiet
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde der umfassende Handlungsbedarf in den Gründerzeitvierteln des Ostteils der Stadt Berlin deutlich. Die Wohnungsbaupolitik der DDR hatte lange auf Neubau und die Stadterneuerung in den Gründerzeitvierteln vernachlässigt. 1995 hat der Senat von Berlin die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Prenzlauer Berg- Bötzowstraße beschlossen.  Die  Sanierungsziele wurden in den "12 Leitsätzen zur  Stadt-erneuerung in Berlin" formuliert. Das Objekt liegt an der unmittelbaren Grenze außerhalb der Grenzen des Sanierungsgebietes „Prenzlauer Berg- Bötzowstraße“ und unterliegt damit nicht den Regeln eines Sanierungsgebietes, profitiert jedoch von den Veränderungen und positiven Entwicklungen in der Nachbarschaft.

Das Bötzowviertel
Die besondere Lage des Bötzowviertels am Rand des Volksparks Friedrichshain, eines der größten innerstädtischen Parkanlagen Berlins, macht dieses Viertel zum begehrten Wohnquartier, ganz besonders auch für Familien mit Kindern. Seine Nähe zum Alexanderplatz sowie zum Gebiet um den Kollwitzplatz, und somit zu Geschäfts-, Gastronomie- und Kulturhighlights, verstärken diese Qualitäten noch.
Im Viertel selbst hat sich eine lebendige eigenständige Kiezstrukur entwickelt, die auch mit den Aktivitäten des „Filmtheater am Friedrichshain“ FaF zusammenhängt. Benannt ist das Viertel nach dem Berliner Brauereibesitzer Julius Bötzow, dem das Gelände gehörte und der auch die zentrale Straße des Viertels, die Bötzowstraße, anlegte.

Die Bebauungsgeschichte des Viertels beginnt um 1850, als der Braumeister Lipps einen ersten Bierkeller anlegt. An diesem Standort entstehen später die „Actienbrauerei Friedrichshain“ sowie auf dem benachbarten Grundstück das Ausflugslokal „Schweizer Garten“ (heute Biergarten FaF). Auf dem Gelände der Actienbrauerei wird 1890 der „Saalbau Friedrichshain“ errichtet. Grundlage der weiteren Bebauung bildet der Plan von James Hobrecht (1862, „Hobrecht- Plan“).

Das Bötzowviertel wird jedoch erst 40 Jahre später, um die Jahrhundertwende 1900, in der heutigen Form bebaut. Der Arnswalder Platz im Norden des Bötzowviertels, benannt nach der Stadt Arnswalde (heute Choszczno, Polen), wird flankiert von der Danziger Straße, einer der Ringstraßen um das Berliner Zentrum. Er wird genutzt als Spiel- und Erholungsfläche, ergänzt durch eine öffentliche Brunnenanlage („Stierbrunnen“, 30er Jahre).