Knaackstr. 22-24

Objektbeschreibung
Das 6- geschossige Gebäude (EG, 1.- 4.OG, DG) wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Es besteht aus einem Eckvorderhaus mit drei Eingängen (Knaackstr. 22 + 24, Rykestr. 54) und verfügt durch die 45°- Abwinkelung der Ecken über drei Straßenfassaden.

Grundstücksgröße:  758 m² 
Flächen:  4 Gewerbeeinheit EG  ca. 321 m²
1 Gewerbeinheit OG, teilbar in 3 Einheiten, ca. 390 m²
16 Wohneinheiten 1.-4. OG ca. 1194 m²
3 Dachgeschosswohnungen ca. 372 m²
Gesamt Wohnen + Gewerbe   ca. 2277 m²
Baujahr: um 1900
Modernisierung &  Sanierung:    1997
Lage: Knaackstr. 22+24, 10405 Berlin,  Prenzlauer Berg,
Sanierungsgebiet Prenzlauer Berg - Kollwitzplatz
Verkehrsanbindung: Schönhauser Allee,  U-Bahn Senefelder Platz,
Prenzlauer Allee, Straßenbahn, Bus
Knaack22 Schnitt Fassade big

Sanierung
Das gesamte Gebäude wurde grundlegend saniert. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf das behutsame Aufarbeiten bzw. Ersetzen der alten Stilelemente, wie Dielen, Stuck – soweit vorhanden-, alte Türen und Fenster gelegt. Die noch erkennbare Fassadengestaltung und die Treppenhäuser wurden nach alten Vorlagen originalgetreu wiederhergestellt.

Gewerbe
Das gesamte Erdgeschoß ist mit Restaurants und Cafés belegt, die durch die Sonnenlage und die Platzsituation am Wasserturm eine besondere Lagegunst im Quartier haben. Die Nachbarschaft zur Synagoge führt zum Angebot koscherer Küche im Restaurant Pasternak für ein internationales Publikum.
Im 1. OG befindet sich der Bürostandort des Eigentümers, Dipl-Ing. Architekt und Bauträger Wolf-Dieter Borchert. Diese Räume waren schon immer besonderen gewerblichen Nutzungen vorbehalten, zuletzt zu DDR-Zeiten war hier die Meldestelle untergebracht.

Wohnungen
Auf dem 2.-4. Geschoss gibt es mit drei Treppenaufgängen jeweils 5-6 gut geschnittene Wohnungen, die alle nach zwei Seiten- zum Wasserturm nach Süden/ Südwesten und zum Hof nach Norden/ Nordosten- orientiert sind. Alle Wohnungen haben etwas besonderes, einen Erker, einen Sonnenbalkon oder ein Zimmer in der Außenecke der Fassadenabwicklung, d.h. mit  schrägen Raumzuschnitten. Sie sind mit einem gut möblierten großzügig bemessenen Bad (WC, Waschbecken, Badewanne) ausgestattet, das - soweit im Grundriss möglich-  auch natürlich belichtet ist.

Das Dachgeschoss wurde zu drei großzügigen Wohnungen mit Dachterrassen ausgebaut. Diese Wohnungen bieten durch ihre offene und flexible Grundrissstruktur viele unterschiedliche Raumsituationen mit hoher Wohnqualität. Vielfältige Ausblicke auf die nähere Umgebung zum Wasserturm und zur Synagoge sowie bis zum Fernsehturm am Alexanderplatz sorgen für eine Einbeziehung des Außenraums- dies ist Wohnen über den Dächern von Berlin.

Sanierungsgebiet
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde der umfassende Handlungsbedarf in den Gründerzeitvierteln des Ostteils der Stadt Berlin deutlich. Die Wohnungsbaupolitik der DDR hatte lange auf Neubau gesetzt und zwar Mitte der 70er Jahre das Gebiet um den Kollwitzplatz zum „beispielhaften Planungsgebiet“ erklärt, jedoch lediglich anläßlich der 750-Jahr-Feier Berlins 1987 die Husemannstraße modellhaft rekonstruiert. Alle weiteren Arbeiten wurden mit der Wende gestoppt. 1993 hat der Senat von Berlin die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Prenzlauer Berg- Kollwitzplatz beschlossen. Die Sanierungsziele wurden in den "12 Leitsätzen zur  Stadterneuerung in Berlin" formuliert.

Kollwitzplatz
Vor rund 150 Jahren war das Gebiet um den Kollwitzplatz noch nahezu unbebaut, doch bereits 50 Jahre später - um die Jahrhundertwende 1900 - gehörte es zu den am dichtesten besiedelten Stadtgebieten Berlins. Bebauungsgrundlage war der Fluchtlinienplan von James Hobrecht (1862, „Hobrechtplan“), der nur ein grobmaschiges Straßenraster auf der Grundlage vorhandener Wege und Ackergrenzen vorgab. Seinen Namen erhielt der Platz 1947 nach der Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz, die hier lebte. Das besondere am Kollwitzplatz ist seine dreieckige Grundform, eine Auffälligkeit im sonst rechteckigen Raster der Gründerzeit.

Seine im Viertel zentrale Lage führte schon früh zu einer Konzentration an Gastronomie und Läden am Platz und in den angrenzenden Straßen. Der Kollwitzplatz selbst wird heute in einer Mischung aus Park, Spielplatz, Liegewiese, Erholungsfläche genutzt. Seit 2000 hat sich ein Wochenmarkt mit dem Schwerpunkt ökologische Ernährung etabliert. Touristische Anziehungskraft besitzt das Gebiet um den Kollwitzplatz durch die Homogenität der typischen Gründerzeitbebauung, sowie die dichte und bunte Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Kreativität. Das Gebäude Knaackstr. 22+24 / Rykestraße 54 hat durch seine Nachbarschaft zur Synagoge und zum berühmten „Wasserturm“ und durch seine sonnige Ecklage einen besonderen Standort im Viertel.