Sredzkistr. 42

Objektbeschreibung
Das 6- geschossige Gebäude (EG, 1.- 4.OG, DG mit Galerie) wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Es besteht aus einem Vorderhaus mit einer L-förmigen Raumerweiterung in den Garten. Der große Innenhofbereich reicht über verschiedene Nachbargrundstücke hinweg und ist dadurch größer, d.h. heller und geräumiger als viele vergleichbare Höfe der Nachbarschaft.

Grundstücksgröße:  960 m² 
Flächen:  1 Gewerbeeinheiten EG ca. 108 m²
 9 Wohneinheiten gesamt ca. 845 m²
 8 Wohneinheiten 1.-4. OG
 1 Maisonettewohnung mit Galerie DG
 Gesamt Wohnen + Gewerbe   ca. 953 m²
Baujahr: um 1900
Modernisierung &  Sanierung:    2004
Lage: Sredzkistraße 42, 10435 Berlin- Prenzlauer Berg,
Sanierungsgebiet Kollwitzplatz
Verkehrsanbindung: Prenzlauer Allee, Schönhauser Allee, Eberswalder
Straße, Straßenbahn, U-Bahn
 


Sanierung
Das gesamte Gebäude wurde grundlegend saniert. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf das behutsame Aufarbeiten bzw. Ersetzen der alten Stilelemente, wie Dielen, Stuck – soweit vorhanden-, alte Türen und Fenster gelegt. Die noch erkennbare Fassadengestaltung und die Treppenhäuser wurden nach alten Vorlagen originalgetreu wiederhergestellt. Es wurde ein Innenaufzug eingebaut, der allen Benutzergruppen die Vorteile der besseren Erschließung bietet. Die Haltepunkte des Aufzugs befinden sich an den Treppenpodesten direkt vor den Wohnungseingangstüren.

Wohnungen
Der einzige Treppenaufgang des Hauses ist so plaziert, daß auf jedem Geschoss 2 gut geschnittene Wohnungen entstehen, die jeweils Räume mit der Ausrichtung zum Garten Richtung Süden sowie zur Straße Richtung Norden haben. Jede Wohnung erhält zu den ursprünglich vorhandenen Straßenbalkonen einen Balkon bzw. eine Terrasse auf der Gartenseite. So sind die Wohnräume im Sommer zum Freiraum Richtung Südwesten zu öffnen. Die Wohnungen VH rechts erhalten den zusätzlichen Balkon für die Küche, was ebenfalls eine besondere Qualität darstellt. Beide Wohnungstypen sind mit einem gut möblierten großzügig bemessenen Bad (WC, Waschbecken, Badewanne) ausgestattet. Die Wohnungen VH links bieten eine flexible Nutzung durch die Vielseitigkeit des mittleren Raumes. In diesem ist die Küche mit Essbereich konzipiert, ein Raum als Treffpunkt und Aufenthaltsort in der Mitte der Wohnung mit unterschiedlichen Ausblicken.

Als Alternative besteht die Möglichkeit, jeweils die beiden Wohnungen des 1.- 4. Obergeschosses zu einer Wohnung zusammenzulegen. Dadurch entsteht eine interessante Raumabfolge, die durch unterschiedliche Raumatmosphären und -größen, Durchblicke und Himmelsrichtungen geprägt ist. Küche und Wohnraum sind als Raumkontinuum organisiert, ergänzt durch eine Terrasse - ein zusätzliches „Sommerzimmer“. Die Individual- und Schlafräume liegen im zurückgezogenen Bereich der Wohnung, 2 davon mit kleinem Balkon. Das zugeordnete Bad ist natürlich belichtet und großzügig ausgestattet. Es gibt außerdem ein separates Duschbad/ Gäste-WC. Der Grundriss des 3. Obergeschosses zeigt die Variante dieser Zusammenlegung. Eine ideale Familienwohnung!

Das Dachgeschoss wird zu einer großzügigen Maisonette-Wohnung mit Galerien und Dachterrasse ausgebaut. Diese Wohnung bietet viele unterschiedliche Raumsituationen, ganz besonders durch die zweigeschossige Verbindung und die vielfältigen Ausblicke. Es ergeben sich verschiedene individuell und flexibel nutzbare Räume mit hohen Aufenthaltsqualitäten, was durch die große Dachterrasse noch gesteigert wird.


Sanierungsgebiet
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde der umfassende Handlungsbedarf in den Gründerzeitvierteln des Ostteils der Stadt Berlin deutlich. Die Wohnungsbaupolitik der DDR hatte lange auf Neubau gesetzt und zwar Mitte der 70er Jahre das Gebiet um den Kollwitzplpatz zum „beispielhaften Planungsgebiet“ erklärt, jedoch lediglich anläßlich der 750-Jahr-Feier Berlins 1987 die Husemannstraße modellhaft rekonstruiert. Alle weiteren Arbeiten wurden mit der Wende gestoppt. 1993 hat der Senat von Berlin die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Prenzlauer Berg- Kollwitzplatz beschlossen. Die Sanierungsziele wurden in den "12 Leitsätzen zur  Stadterneuerung in Berlin" formuliert.

Kollwitzplatz
Vor rund 150 Jahren war das Gebiet um den Kollwitzplatz noch nahezu unbebaut, doch bereits 50 Jahre später - um die Jahrhundertwende 1900 - gehörte es zu den am dichtesten besiedelten Stadtgebieten Berlins. Bebauungsgrundlage war der Fluchtlinienplan von James Hobrecht (1862, „Hobrechtplan“), der nur ein grobmaschiges Straßenraster auf der Grundlage vorhandener Wege und Ackergrenzen vorgab. Seinen Namen erhielt der Platz 1947 nach der Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz, die hier lebte. Das besondere am Kollwitzplatz ist seine dreieckige Grundform, eine Auffälligkeit im sonst rechteckigen Raster der Gründerzeit.